Mitschüler verhindern Abschiebung

Viel Polizei war an der Nürnberger Schule im Einsatz. Viel Polizei war an der Nürnberger Schule im Einsatz.
© NicoLeHe / pixelio.de

In Nürnberg haben Schülerinnen und Schüler einer Berufsschule verhindert, dass ein Klassenkamerad aus Afghanistan abgeschoben wurde. Wähend des Unterrichts war die Polizei ins Klassenzimmer gekommen und hatte den 20-jährigen Asef abgeführt. Er sollte zum Flughafen in Frankfurt gebracht und von dort nach Afghanistan geschickt werden.

Als Asef aus dem Schulgebäude geführt wurde, liefen seine Mitschüler hinterher. Sie versuchten, ihn aus dem Griff der Polizisten zu befreien. Es kam zu einem Tumult vor dem Schulgelände. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Von Seiten dazu gekommener Demonstranten flogen Flaschen. Die Mitschüler konnten nicht verstehen, warum Asef abgeschoben werden sollte.

Der junge Mann ist als 16-Jähriger ohne Eltern aus Afghanistan gekommen - wie viele Jugendliche. Seine Eltern hofften, er könnte in Deutschland ein friedliches Leben haben. Er kann Deutsch und hat eine Lehrstelle als Schreiner. Eigentlich müsste er zumindest diese Ausbildung zu Ende machen können. Allerdings ist das Bundesland Bayern in dieser Frage strenger als andere Bundesländer.

Gegner von Abschiebungen kritisieren, dass Afghanistan kein sicheres Land ist und die Abgeschobenen dort zu Tode kommen könnten. Das hat die deutsche Regierung bisher bestritten. Gestern allerdings musste sie klein beigeben. In der Hauptstadt Kabul hatte es einen schweren Sprengstoffanschlag gegeben. Der Flug nach Kabul wurde gestrichen. Asef kann erst einmal in Nürnberg bleiben.

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