Lexikon

PDS

Die PDS war eine politische Partei, die es nicht mehr gibt. Sie ist in einer anderen Partei aufgegangen. PDS steht für "Partei des Demokratischen Sozialismus".

Die PDS war eine Partei, die aus der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) hervor gegangen war. Das war die herrschende Partei in der ehemaligen DDR. Von Juli 2005 bis Juni 2007 hieß sie "Die Linkspartei. PDS". Dann schloss sie sich mit der WASG (Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit) zusammen. Seitdem geht die neue Partei "Die Linke" bei Wahlen an den Start.

Die PDS verstand sich als Partei, die grundlegende Kritik an der bestehenden Gesellschaft übte, so zum Beispiel am System der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland. Erster Vorsitzender der PDS war von 1989 bis 1993 Gregor Gysi. Ende 2006 hatte die PDS rund 60.000 Mitglieder - Das waren etwa so viele Mitglieder wie bei der FDP. Die überwältigende Mehrheit der Mitglieder kam aus den neuen Bundesländern.

Bei den ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen im Dezember 1990 kam die PDS zum ersten Mal ins Parlament. Bundesweit erreichte sie 2,4 Prozent, im Osten Deutschands 11,1 Prozent. Da die Fünf-Prozent-Klausel bei dieser Wahl für West- und Ostdeutschland getrennt gewertet wurde, entsprach das Ergebnis 17 PDS-Abgeordneten im Bundestag. Auch 1994 schaffte es die PDS wieder in den Bundestag, ohne die Fünf-Prozent-Klausel genommen zu haben. Bundesweit bekam sie nur 4,4 Prozent der Stimmen. Diesmal ermöglichten ihr vier in Berlin errungene Direktmandate, mit 30 Abgeordneten ins Parlament zu ziehen.

Die PDS wurde von anderen Parteien zum Teil heftig bekämpft. So warf ihr zum Beispiel die CDU/ CSU vor, dass sie keine demokratische Partei wäre. Das lag daran, dass in der PDS viele Politiker und Mitglieder tätig waren, die früher schon in der SED aktiv waren. Die SED beherrschte die Politik und zum großen Teil auch den Alltag der Menschen in der ehemaligen DDR. So schrieben SED-Politiker zum Beispiel vor, wer in der DDR studieren oder wer ins Ausland reisen durfte und wer nicht. Viele Parteimitglieder der SED bespitzelten für ihre Partei ihre Mitbürger als inoffizielle Mitarbeiter der "Stasi" (= Staatssicherheit der DDR).