Lexikon

Pädophile

Wenn Medien von Pädophilen sprechen, meinen sie damit meist Täter, die Kinder sexuell belästigt haben oder mit anderen Fotos oder Filme von solchen Belästigungen austauschen.

Der Begriff pädophil kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Freundschaft zum Kind". Wissenschaftler nennen Menschen pädophil, deren sexuelle Wünsche sich ausschließlich oder überwiegend auf Kinder vor der Pubertät richten. Pädophile finden es erregend, Kinder zu beobachten. Sie wollen Kinder küssen, streicheln und anfassen.

Häufig verlieben sich Pädophile in Kinder und träumen dann sogar von einer Beziehung. So lange diese Liebe nur in Gedanken besteht, ist sie Privatsache. Wenn ein Erwachsener diese Wünsche aber umsetzt, macht er sich strafbar, egal, ob Gewalt dabei im Spiel ist oder nicht.

Es wird geschätzt, dass in Deutschland etwa ein Prozent der Bevölkerung, pädophile Neigungen hat. Es sind fast ausschließlich Männer, die sich entweder zu kleinen Mädchen oder Jungen hingezogen fühlen.

Genaue Zahlen gibt es nicht, weil die meisten Pädophilen ihre Neigung verstecken, so lange sie können. Denn kaum eine Gruppe in unserer Gesellschaft wird mehr abgelehnt als Pädophile.

In der Öffentlichkeit werden Pädophile häufig als sexuelle Monster abgestempelt, als böse Menschen, die nichts lieber tun als Kinder zu missbrauchen. Mit der Wirklichkeit hat dieses Bild wenig zu tun. Die meisten Pädophilen verabscheuen sich selbst für ihre Phantasien und versuchen alles, um sie zu unterdrücken und nicht in die Tat umzusetzen. Nur finden sie in diesem Bemühen kaum Unterstützung.

Viele Pädophile wissen nämlich sehr wohl, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Sie suchen Hilfe, finden sie aber nur schwer. Es fehlen Therapeuten, die sich mit Pädophilie auskennen. Das sexualmedizinische Institut der Charité in Berlin ist eine der wenigen Anlaufstellen, die seit 2005 eine Therapie speziell für pädophile Menschen anbietet.