Lexikon

DDR

Die Deutsche Demokratische Republik (kurz DDR genannt) ist ein Staat, der 40 Jahre lang existierte und den es heute nicht mehr gibt. Die DDR wurde 1949 gegründet. Sie hatte 16,4 Millionen Einwohner und umfasste das Gebiet der heutigen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Berlin-Ost war die Hauptstadt der DDR.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland besetzt und unter den Siegermächten in sogenannte Zonen aufgeteilt. Frankreich, Großbritannien, die USA und die Sowjetunion bekamen jeweils ein Stück von Deutschland. Nun wurde versucht, Deutschland nach den Vorstellungen der Siegermächte neu zu gestalten. Darüber gerieten die Siegermächte aber in Streit. Frankreich, Großbritannien und die USA einigten sich und gründeten 1949 im Bereich ihrer Zonen die Bundesrepublik Deutschland. Als Antwort darauf errichtete die Sowjetunion in ihrer Zone die Deutsche Demokratische Republik.

Die DDR wurde nach dem Vorbild des sowjetischen Staates aufgebaut, das heißt, sie sollte ein sozialistischer Staat sein. Alle Fabriken und alle landwirtschaftlichen Betriebe gehörtem dem Staat. Dieser garantierte dafür jedem Bürger den Besuch von staatlichen Schulen, eine Ausbildung und einen Arbeitsplatz.

Von Anfang an war die DDR stark abhängig von der Sowjetunion - sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Die Führung des Staates lag in den Händen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (kurz SED). Bei den Wahlen hatte man keine Auswahl zwischen verschiedenen Parteien.

Kritik an Partei und Regierung wurden nicht geduldet. Auch die freie Meinungsäußerung war eingeschränkt. Andersdenkende wurden überwacht und mussten oft viele Nachteile in Kauf nehmen.

Man konnte auch nicht alle Produkte einfach kaufen, wie man das heute kennt. Auf bestimmte Dinge musste man sehr lange warten, zum Beispiel auf ein Auto oder ein Telefon.

Viele Menschen flohen aus der DDR in die Bundesrepublik. Um das zu verhindern, ließ die DDR-Regierung 1961 eine hohe Mauer zwischen Ost- und Wes-Berlin errichten. Auch zwischen der Bundesrepublik und der DDR wurde eine große Grenzanlage gebaut. Niemand durfte hier ungesehen in den jeweils anderen Teil von Deutschland reisen. Über vierzig Jahre lebten so die Deutschen in zwei völlig verschiedenen Staaten und verschiedenen Wirtschaftssystemen nebeneinander.

1989 begannen die Menschen in der DDR, für Freiheit, Reformen und freie Marktwirtschaft zu demonstrieren. Weil sich plötzlich so viele Menschen gleichzeitig und sehr entschlossen gegen die Regierung stellten, wurde am 9. November die Mauer geöffnet. Rund ein Jahr später, am 3. Oktober 1990 erfolgte der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik. Seitdem gibt es wieder ein einziges Land, das sich Deutschland nennt.

Inzwischen sieht man kaum mehr, wo die ehemalige Grenze verlaufen ist. Aber vor allem die älteren Menschen werden nicht so schnell vergessen, wie sie in einem Land groß geworden sind, das es heute nicht mehr gibt.