Mein Leben
Hier ist einfach Platz für alles, was in deinem Leben einen Platz hat:
Dein Tier, dein Hobby, deine Ansichten, deine Probleme, deine Lösungen und dein Geheimnis...
Because I'm a girl!
Schaut euch mal die Geschlechterverteilung in den Vorständen von großen Unternehmen an. Dort sitzen hauptsächlich Männer! 2010 saß in den Chefetagen der 15 größten deutschen Firmen nur eine Frau. (Bei Siemens, diese Firma stellt u. A. Küchengeräte her.) Warum eigentlich? Hier sind einige Theorien:
1. Frauen kriegen die Kinder. Dadurch haben die meisten Frauen eine oder mehrere Berufsunterbrechungen. Meistens sind es auch die Frauen, die sich Elternzeit nehmen, weil sie die Kinder stillen.
Das könnte man machen, damit es kein Nachteil für die Frauen ist: ein Gesetz. Alle Väter müssen genau die gleiche Zeit Arbeitspause machen wie ihre Frauen, wenn sie Kinder kriegen. Dadurch wären immer weniger Menschen im Betrieb, aber dann könnte man auch mehr Leute einstellen, sodass die Arbeitslosenquote sinken würde.
2. Frauen wollen keine coolen Berufe wie Politikerin oder Forscherin machen. Was ist das denn für ein Klischee! Mädchen werden nur nicht genug für coole Berufe begeistert, weil man ihnen nicht so viel zutraut.
Das wird gemacht: Girls Day! Seit einigen Jahren probieren Mädchen in ganz Deutschland am 26. April typische „Männerberufe“ aus. So kann frau sich mal kreativ in der Werkstatt, in der Wirtschaft, in der Forschung austoben und Potenzial entdecken, von dem sie noch nie gewusst hat! Parallel dazu findet der Boys Day statt. Jungs machen soziale Berufe wie Kindergärtner, Krankenpfleger oder Grundschullehrer. (Genau Jungs! Zeigt mir, wie sozial ihr seid!) Für den Tag könnt ihr eine Schulbefreiung beantragen. An manchen Schulen ist das Event aber auch Pflichtveranstaltung, an der die ganze Klasse teilnimmt.
3. Die Männer, die zurzeit wegen Theorie 1 oder 2 die Chefs sind, stellen keine Frauen ein, weil sie sie für unfähig halten. Sie sind altmodisch und verbohrt und geben diese Einstellung leider an den ganzen Betrieb weiter.
Das könnte man tun: man führt eine Frauenquote ein. Mindestens 30 % (40%) der Eingestellten Leute, Vorstandsmittglieder oder Politiker Frauen sein müssen. Aber ist das gut? Wenn wir also beliebig viele Leute einstellen können und es bewerben sich 34 gute Leute, 4 davon Frauen und 30 Männer, dann können wir bei einer Frauenquote von 40% ja nur 6 Männer einstellen und 24 gute Leute müssen gehen. Oder wir stellen alle Männer ein und setzen noch ein paar überhaupt nicht qualifizierte Frauen dazu.
Nein Mädels! Ihr wollt doch Cheffinnen sein, weil ihr gut seid, nicht weil ihr 1% von 40% seid. Also, wenn ihr clever, motiviert, engagiert seid, Potential habt, euch durchsetzen könnt, dann zeigt, was in euch steckt! Macht beim Girls Day mit, steigt in die Politik ein, baut euch eine Zukunft im Labor, im Parlament, im Chefinnensessel auf! Wir haben ja schon eine Bundeskanzlerin, wer weiß, vielleicht entdeckt ja eine von euch das Heilmittel für Krebs oder AIDS oder entwickelt das Anti-CO²-Flugzeug. Ich freu mich drauf!
[Für alle coolen Mädels: Lest doch mal „Die Töchter Egalias“. Das Buch ist von der Norwegischen Autorin Gerd Brantenberg. (Kein Witz. Gerd ist ein norwegischer Frauenname.) Es handelt von einer Gesellschaft, die genau so ist wie unsere: nur umgekehrt. Die Frauen haben das sagen und dadurch, dass wir das so krass finden, merken wir erst, wie krass es in echt zugeht!]
