Muslimisches Mädchen muss schwimmen lernen

Ab ins Wasser! Ab ins Wasser!
© Rainer Sturm; pixelio.de

Muslimische Mädchen, die in der Schweiz leben, müssen am Schwimmunterricht teilnehmen. Auch, wenn dieser Unterricht für Jungen und Mädchen gemeinsam erteilt wird. Das hat der Europäische Menschenrechts-Gerichtshof in Straßburg entschieden. Durch den Schwimmunterricht wird die Religionsfreiheit nicht verletzt.

Geklagt hatte eine türkische Familie aus Basel. Ihre Tochter sollte in der Grundschule ins Schwimmbad gehen und schwimmen lernen. Die Eltern weigerten sich, ihre Tochter dorthin zu schicken, weil dort auch Jungen waren. Die Schule brummte der Familie daraufhin ein Bußgeld auf. Dagegen wehrten sich die Eltern vor Gericht.

Sie wollten verhindern, dass ihre Tochter nackte Haut zeige und zu sehen bekäme. Das verbiete ihre Religion, erklärten sie. Das Gericht sah das anders. In der Schweiz seien im Sommer viele leicht bekleidete Menschen zu sehen. Das schade dem Mädchen nicht wirklich. Wichtiger sei es, dass das Mädchen sich in die Gesellschaft integriere und das mache, was alle anderen Mitschüler auch machten.

Das Gericht rief die Schule dazu auf, das Mädchen im Burkini schwimmen zu lassen. Das ist ein Badeanzug, der den ganzen Körper und auch den Kopf bedeckt. Fälle wie diesen gibt es auch an deutschen Schulen immer wieder. Auch hier wurde immer entschieden, dass der Schwimmunterricht vorgehe.