Computerspiel verursacht Zugunglück

Kränze an der Unfallstelle Kränze an der Unfallstelle
© Aisano; Wikipedia; CC BY-SA 3.0

Zwölf Menschen starben im Februar bei einem Zugunglück in Bayern. Der Fahrdienstleiter hatte nicht gemerkt, dass er zwei Züge aus verschiedenen Richtungen auf die eingleisige Strecke geschickt hatte. Er war an diesem Morgen abgelenkt, weil er auf seinem Handy stundenlang ein Computerspiel spielte.

Nun hat das Gericht den Fahrdienstleiter zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wegen fahrlässiger Tötung. Wenn der Mann seine Arbeit konzentriert gemacht hätte, wäre das Unglück nicht passiert. Es gab mehrere Möglichkeiten, wie er einen ersten Fehler noch hätte korrigieren können.

Der Fahrdienstleiter sei selbst ein Opfer, hieß es vor Gericht: Opfer seiner Spielleidenschaft. Der Mann hatte oft mehr als die Hälfte seiner Arbeitszeit mit Spielen verbracht. Das Gericht hatte von einem Experten auswerten lassen, welche Aktionen der Mann am Unglückstag zu welcher Zeit in seinem Spiel gemacht hatte. Dabei wurde klar, dass der Angeklagte zuerst sein Spiel beendet und dann erst den Notrufknopf gedrückt hatte.

Der Angeklagte hatte zugegeben, dass er das Unglück verschuldet hatte. Er hatte sich vor Gericht bei den Hinterbliebenen entschuldigt und nicht versucht, sich auf technische Fehler oder anderes herauszureden.