1. September 2010

Politik hat Pause. Frank-Walter Steinmeier erholt sich zur Zeit im Krankenhaus. ©
Vor einigen Tagen hat der SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier seiner Ehefrau eine Niere gespendet. Steinmeiers Frau leidet an einer unheilbaren Nierenkrankheit. Sie wartete schon lange auf die Transplantation (= Verpflanzung) eines gesunden Organs in ihren Körper.
Eine Transplantation wird möglich, wenn jemand bei einem Unfall stirbt, der sich zu Lebzeiten bereit erklärt hat, seine Organe zu spenden. In diesem Fall fand sich zu lange kein Spender. Deshalb stellte sich Frank-Walter Steinmeier zur Verfügung. In seltenen Fällen können nämlich auch Lebende einem Angehörigen ein Organ spenden.
Normalerweise werden Organe jedoch nach einem Unfall verpflanzt. Der Verunglückte muss sich zu Lebzeiten dazu bereit erklärt haben und einen Organspender-Ausweis bei sich tragen. Wenn die Ärzte eindeutig geklärt haben, dass das Gehirn des Verunglückten tot ist, können verschiedene Organe entnommen und möglichst schnell kranken Menschen eingepflanzt werden.
Angeblich sind 73 von 100 Deutschen zur Organspende bereit; die wenigsten haben aber einen Ausweis. Politiker schlagen deshalb vor, das Gesetz zu ändern. Dann wäre jeder zur Organspende verpflichtet - es sei denn, er hätte rechtzeitig gesagt, dass er dazu nicht bereit ist.